Peinliches Ergebnis für die digitale Kompetenz unserer Marketiers!

Die Horizont berichtete diese Woche über das Ergebnis der Umfrage des Bundesverbandes der digitalen Wirtschaft (BVDW), die dieser in Kooperation mit Google, der Boston Consulting Group und The Knowledge Engineers durchführte. Die „Talent Revolution in Digital Marketing“ offenbart eine peinliche Wahrheit. Über 1000 Kommunikationsfachleute in knapp 60 Unternehmen wurden befragt und die Marketiers haben wirklich allen Grund, sich mit diesem Ergebnis in Sack und Asche zu werfen.

Meine Wenigkeit kommt ebenfalls aus dem klassischen bzw. traditionell behaftetem Marketing und mein Job bzw. die „Fimenphilosophie“ meines Arbeitgebers sah über das Contentmanagement für die firmeneigene Homepage hinaus keine weiteren digitalen Spielfelder vor. Bevor ich mich im digitalen Halbwissen verlor, beschloss ich kurzerhand, meine Wissenslücken zu füllen und grub mich durch Mengen von Angeboten. Und: Wer sucht, der findet auch und ich drückte in meiner Freizeit erwartungsvoll die harten Holzstühle einer namhaften Fachhochschule im Rheinland. Begrifflichkeiten wie Virales Marketing, Content, Tracking, SEO, SEM, Programmatic Advertising, Video etc. bekamen für mich ein Gesicht. Und es war aufregend! Spannend! Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, dürfte sich eigentlich nicht überfordert fühlen.

Unternehmen und digitales Neuland?

Die Befragung zeigt auch, dass die Unternehmen sich anscheinend immer noch schwer tun. Die Gründe für die digitale Unsicherheit oder den Unwillen können vielfältig sein:

  • Das Internet mit seinen schier unendlichen Möglichkeiten ist eine große Unbekannte und gleicht einer gefährliche Zone (shitstorms)
  • Es wird kein ausreichendes Budget vorgehalten und Mann / Frau scheut höhere Personalkosten für Menschen, die ja dann den ganzen lieben Arbeitstag surfen und chatten könnten…das geht doch gar nicht!
  • Der Einsatz von digitalem Marketing für die eigene Dienstleistung oder die Produktpalette wird als unnötig bezeichnet
  • Firmenchefs müssten die Kommunikation ohne Freigabeprocedere und ohne Kontrolle aus der Hand geben. Für viele Chefs ein Graus!
  • Der klassische  Marketier wird angehalten, neben seinen vielfältigen Aufgaben das Social Media Marketing mal ebenso nebenher zu gestalten
  • da könnte ich bestimmt noch mehr aufzählen 🙂

Marketiers und digitale Naivität?

Die Möglichkeiten, die uns die digitalen Kanäle bieten, sind enorm. Aber sie sind in meinen Augen nicht das Allheilmittel und ersetzen keineswegs das klassische Marketing. Ich glaube gerne, dass sich die klassischen Kommunikationsleute lt. Umfrage rasch überfordert fühlen. Das Tagesgeschäft lässt in der Regel kaum Platz für Neues. Und hier sind ebenfalls die Unternehmen gefragt. Oder sie werden bald abgehängt sein. Es sei denn, die Zielgruppe würde sich nur für „Rheumadeckensender“ interessieren.

Und ein Wort an meine Kollegen. Der Spruch „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ findet keinen Wiederhall und der Sinn wird auf Dauer nicht auszuhalten sein.

Werbespendings Fernsehen vs. Mobile

Auszug aus dem Horizont-Artikel. Ich zitiere: „Dass Fernsehen mit rund 13 Milliarden Euro Spendings (plus 8 Prozent) weiterhin stärkstes Medium ist, liegt natürlich an seiner Wirkung, aber eben auch an den mangelnden Kenntnissen der Marketingfachkräfte und der daraus resultierenden Zurückhaltung gegenüber innovativen Werbekonzepten.“

Vielleicht liegt es auch daran, dass aufgrund mangelnder Kenntnisse der Werbemenschen im Bereich Mobile etc. der Anteil an Werbespendings für TV immer noch der höchste ist.

Meines Erachtens liegt dafür ein weiterer erwähnenswerter Grund für die Entscheidung TV vor. Bisher war FS immer noch das stärkste Medium, neben Print, das sich für die Markenbildung eignet. Und wenn ich mir wiederum den Demografiebaum Deutschlands anschaue, ist doch alles klar? Die „Jungen“ mögen sich ihre Informationen, ihr Edutainment, ihr Entertainment aus den sozialen Medien ziehen. Die Älteren unter uns bevorzugen weiterhin das Fernsehen. Und diese Zielgruppe wird immer größer. Da liegt es nahe, weiterhin am Fernsehen festzuhalten. Ich für meine Person fände es viel zu anstrengend, mir meine Filme, Dokus oder auch Nachrichten auf meinem Tablet oder smartphone anzuschauen. Wozu haben wir die tollen Mediencenter mit Ausmaßen, die wir „Alten“ uns hätte früher nicht vorstellen können? Dafür muss ich nicht meine verlegte Lesebrille suchen 🙂 und ich vermute, dass auch die „Jungen“ daheim lieber auf einen überdimensionales Mediencenter blicken und Lieblingsserien auf mobilen Endgeräten eher abtörnend sind.

 

 

 

 

 

 

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