Otto Normal als Steuerzahler immer unter Generalverdacht?!?

Fall: Anruf bei meinem für mich zuständigem Finanzamt mit der Nachfrage, was eigentlich aus meiner Steuererklärung geworden ist? 

Vorgeschichte!

  • wie in jedem Jahr stundenlang über Elster meine Zahlen in die Online-Formulare getippt
  • wie immer Aufwallungen von Ärger verspürt, da viel mehr Zeitaufwand nötig als bei steinzeitlicher Handausfüllung
  • vertippt, wieder neu getippt
  • schlussendlich die Plausibilitätsprüfung für diese Erklärung seitens des Elstervogels positiv bescheiden lassen
  • online abgesendet
  • zwei Tage später die Originalunterlagen persönlich in den Finanzamtsbriefkasten gesteckt

Und nichts mehr gehört. Und nichts mehr gehört? Und nichts mehr gehört!!!!

Nun mein Anruf. Erklärung seitens sympathischer Stimme Finanzamt: „Dann war wohl etwas unklar in ihrer Steuerklärung. Das „Programm“ durchläuft alle online eingesendeten Formulare und wenn etwas auffällig ist, wird das herausgenommen und extra bearbeitet.“

Und das kann lt. freundlicher Stimme nun mind. drei bis sechs Monate dauern? Wie bitte? Ich bin jetzt richtig sauer. Meine Plausibilitätsprüfung war ok. Alle Eintragungen korrekt. Nicht, dass ich Reichtümer zurück erwarten würde. Aber ein paar Penunsen werden es schon werden. Auf meine Nachfrage hin, was denn so abweichend sein könne, kam die Antwort in etwas so: Alleine abweichende KM-Stände für die Fahrten zur Arbeit vs. Vorjahr fallen auf!

Da kommen wir also langsam auf des Rätsels Lösung. Ich wechselte letztes Jahr den Arbeitgeber und fahre seitdem eine deutlich längere Strecke von ca. 10 Kilometer. Macht bei 0,30 Euro pro gefahrenen km also 3 Euro pro Tag zusätzlich, die ich absetzen kann. Boah! Wahnsinn. Soooo vieeel???

Und das ist auffällig und muss unbedingt gesondert geprüft werden. „Wissen Sie, wenn dann z. B. jemand nach Köln fahren würde und gibt 120 km an, da muss das dann geprüft werden“ so in etwas die nette Stimme. Ich widerspreche ihm. Ich fahre ja nicht nach Köln. ABER: Ich bin Kölnerin. Und wenn ich von OB nach K mit dem Auto fahre, ist es bis zur Stadtgrenze von Köln ca. 89 km. ABER nur bis zur Stadtgrenze. Wer sich auskennt Schleichwege nutzt, womöglich weitere Brücken verweigert und endlose Warterei vermeidet, wird dann also schon wg. möglicher Falschangaben geprüft und hinterfragt. Steuererklärer muss dann Widerspruch einlegen, Widerspruch lange begründen und wieder warten.

Mein Fazit: Das Finanzamt hat es geschafft, Rückzahlungen weiter nach hinten zu schieben. Städte sind ja klamm. Zumindest in NRW.

Ich nenne das ganz einfach „Cash-Management“ – Und wenn doch alle Steuerklärungen so genau hinterfragt werden würden, bräuchte es keine Schwarz-MARKT-CD’s. Ich wünsche mir auch neue Steuergesetze für Unternehmen, die Steuern mittels Schlupflöcher erfolgreich vermeiden, aber unsere von Steuergeldern finanzierte Infrastruktur nutzen.

TIPP für Otto Normal: Ich werde mir ab sofort wieder einen Steuerfreibetrag eintragen lassen!

 

Ach ja, mir fällt noch etwas auf. Köln ist fast eine Millionenstadt, liegt immer so knapp unter 1 Mio Einwohner und kann drei Finanzämter vorweisen. Durchschnittliche Verweildauer einer Steuererklärung so um die vier Wochen!

Oberhausen hat ca. 209.292 Einwohner und zwei Finanzämter. Fällt mir da etwas auf?

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2 Gedanken zu “Otto Normal als Steuerzahler immer unter Generalverdacht?!?

  1. Tja, selbst Schuld, wenn du Geld zurückbekommst. Mein Bescheid war nach 2 Wochen da – allerdings muss ich nachzahlen. Ist wie beim Arzt. Privatzahler bekommen sofort Termine

    1. hehe….da liege ich mit meinem Hinweis auf das entsprechende „Cash-Management“ der Finanzbehörden gar nicht so daneben…nächstes Jahr sieht es anders aus, Steuerfreibetrag eintragen und ich kann mir Zeit mit meiner Steuererklärung lassen….dann liegt das Cash-Management auf meiner Seite 🙂

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